féminisme noir

Ausführlicher Bericht über Schwarzen Feminismus

Einleitung und Grundkonzept

Der Schwarze Feminismus ist eine politische und soziale Bewegung, die sich auf die mehrdimensionalen Aspekte der Unterdrückung schwarzer Frauen in den USA und anderen Ländern konzentriert. Im Gegensatz zum Mainstream-Feminismus, der sich lange auf die Erfahrungen weißer, mittlerer und oberer Schicht konzentrierte, verfolgt der Schwarze Feminismus einen anderen Ansatz: Er möchte die spezifischen Ungerechtigkeiten verstehen, die das tägliche Leben schwarzer Frauen beeinflussen. Die Kernidee besteht darin, dass die Erfahrung, eine schwarze Frau zu sein, nicht einfach durch die Summe von Rassismus und Sexismus erklärt werden kann, sondern durch die gegenseitige Verflechtung dieser und anderer Unterdrückungssysteme.

Frühe Wurzeln und historische Entwicklung

Neunzehntes Jahrhundert bis 1960er Jahre

Obwohl die historischen Wurzeln des Schwarzen Feminismus bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen, entstanden die formalen Bewegungen erst später. Die frühen Stimmen schwarzer Frauen, die feministische Perspektiven artikulierten, waren ebenso überzeugt wie revolutionär. Sojourner Truth, eine frühere versklavte Afroamerikerin, war eine der ersten, die öffentlich einflussreiche Aussagen aus einer schwarzen feministischen Perspektive machte. Bei der Women's Rights Convention in Akron, Ohio, 1851, hielt Truth ihre berühmte Rede „Ain't I a Woman?" (Bin ich keine Frau?), in der sie die Unterschiede in der Behandlung wohlhabender weißer Frauen und arbeitender Schwarzer Frauen hervorhob.

Im späten 19. Jahrhundert leisteten Pionierinnen wie Anna Julia Cooper, Ida B. Wells und Frances Ellen Watkins Harper grundlegende Arbeit für den Black Feminismus. Coopers 1892 erschienenes Buch „A Voice from the South" (Eine Stimme vom Süden) wird vielen als eines der ersten literarischen Werke anerkannt, die eine schwarze feministische Perspektive ausdrückte, was ihr schließlich den Titel „Mutter des Schwarzen Feminismus" einbrachte. Wells war eine berühmte investigative Journalistin und Bürgerrechtlerin, die die Verbindung von Rasse und Geschlecht dokumentierte und über Lynchmorde in den USA berichtete. Harper war eine Dichterin, Schriftstellerin und Abolitionistin, die das Konzept unterstützte, dass eine Fortentwicklung der Gesellschaft die gemeinsame Beteiligung von Frauen erfordert.

Im frühen 20. Jahrhundert schrieb Mary Church Terrell, eine schwarze Pädagogin und Aktivistin, über ihre Erfahrungen mit Rassismus und Sexismus. In ihrer Autobiografie „A Colored Woman in a White World" (1940) dokumentierte sie ihre persönlichen Kämpfe gegen doppelte Unterdrückung. Zora Neale Hurston publizierte umfangreich und schuf mit „Their Eyes Were Watching God" (1937) einen Roman mit einer starken weiblichen Hauptfigur.

Während der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre zeigte sich jedoch eine kritische Spannung. Pauli Murray, eine schwarze Rechtsanwältin, erklärte 1963 in einer Rede: „Die schwarze Frau kann nicht länger den Kampf gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht zugunsten des Bürgerrechtskampfes verschieben, sondern muss beide Kämpfe gleichzeitig führen." Dies drückte aus, dass schwarze Frauen ihre Befreiung nicht auf nur einen Kampf beschränken konnten. Schwarze Frauen wurden in der Bürgerrechtsbewegung oft marginalisiert und von Führungspositionen ausgeschlossen. Gleichzeitig ignorierte die weiß dominierte Frauenbewegung der zweiten Welle ihre spezifischen Anliegen.

Die Entstehung der zeitgenössischen Black Feminismus Bewegung (1970er-1980er)

Die 1970er Jahre waren entscheidend für die zeitgenössische Black Feminismus Bewegung. Im Jahr 1973 gründeten schwarze Feministinnen die National Black Feminist Organization (NBFO) in New York, um die doppelte Last von Sexismus und Rassismus, mit der schwarze Frauen konfrontiert waren, zu adressieren. Die NBFO betonte auch wirtschaftliche Überlebensfragen, die für Schwarze arbeitende Frauen wichtig waren.

Ein Jahr später, 1974, gründeten Barbara und Beverly Smith sowie Demita Frazier die Combahee River Collective (CRC) in Boston – eine Organisation schwarzer Frauen, von denen sich die meisten offen als Lesben identifizierten. Die CRC unterschied sich von der NBFO, da sie eine anti-kapitalistische Haltung einnahm und eine nicht-hierarchische Organisationsstruktur bevorzugte. Statt „Geschäftsbesprechungen" hielten CRC-Mitglieder „Smart Girl Crew"-Treffen ab, bei denen sie schwarze Literatur lasen, sich an Bewusstseinshebungs-Diskussionen beteiligten und ihre revolutionäre politische Vision theoretisierten.

Das Combahee River Collective Statement und die Theorie der Intersektionalität

1977 veröffentlichte die CRC das „Combahee River Collective Statement", ein Dokument, das zur Grundlage der zeitgenössischen Black Feminismus Bewegung wurde. Das Statement beschrieb ihre Politik:

„Unsere allgemeinste politische Aussage in der gegenwärtigen Zeit ist, dass wir aktiv daran arbeiten, gegen rassische, sexuelle, heterosexuelle und klassenbasierte Unterdrückung zu kämpfen, und wir sehen unsere besondere Aufgabe darin, eine integrierte Analyse und Praxis zu entwickeln, die auf der Tatsache basiert, dass die großen Unterdrückungssysteme miteinander verflochten sind."

Das Statement betonte die gegenseitige Abhängigkeit dieser Unterdrückungssysteme und argumentierte, dass die Synthese dieser Unterdrückungen die Bedingungen ihres Lebens schuf. Dies war revolutionär, da es das Konzept der Identitätspolitik einführte und demonstrierte, wie die gelebten Erfahrungen schwarzer Frauen ihren revolutionären Ansatz zur sozialen Gerechtigkeit informierten.

Die CRC arbeitete zu verschiedenen Themen wie häuslicher Gewalt, sexueller Übergriffe, Polizeigewalt, Aufhebung der Rassentrennung an Schulen, Gesundheitswesen und reproduktiver Gerechtigkeit. Ein bedeutendes Beispiel ihrer Arbeit war 1979, als elf schwarze Frauen in Boston in fünf Monaten ermordet wurden. Die CRC organisierten einen Marsch gegen rassifizierte und sexualisierte Gewalt und schufen Materialien, die die sozialen und politischen Faktoren hinter diesen Verbrechen erklärten.

Die CRC löste sich 1980 auf, aber ihr Einfluss war tiefgreifend. Das „Combahee River Collective Statement" wird heute als Gründungstext des Black Feminismus betrachtet und hat zeitgenössische Bewegungen wie Black Lives Matter inspirit.

Intersektionalität: Das zentrale theoretische Konzept

Das vielleicht wichtigste theoretische Konzept, das von der Black Feminismus Bewegung entwickelt wurde, ist die Intersektionalität. Die schwarze Juristin und kritische Rasse-Theoretikerin Kimberlé Crenshaw prägte den Begriff 1989 in ihrem Essay „Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory, and Antiracist Politics."

Crenshaw erkannte, dass schwarze Frauen häufig aus Analysen sowohl von Geschlechterunterdrückung als auch von Rassismus ausgelassen wurden, da die erstere sich hauptsächlich auf die Erfahrungen weißer Frauen konzentrierte und die letztere auf schwarze Männer. Sie argumentierte, dass die Intersektionalität nicht einfach die Summe von Rassismus und Sexismus ist, sondern dass sie eine einzigartige, zusammengesetzte Form der Unterdrückung darstellt.

Crenshaw benutzte die Metapher einer Verkehrskreuzung (intersection), um das Konzept zu erklären: Schwarze Frauen sitzen an einer Kreuzung von Rasse und Geschlecht – Verkehr kann von mehreren Richtungen kommen, und die Menschen an dieser Kreuzung können von Verkehr getroffen werden, der von jeder Richtung kommt. Dies hat tiefe Auswirkungen auf die Rechtsprechung, Politik und gesellschaftliche Verständnisse von Unterdrückung.

Einflussreiche Black Feministische Intellektuelle und Aktivistinnen

Bell Hooks

Bell hooks (Gloria Jean Watkins) war eine der einflussreichsten schwarzen feministischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts. Ihr bahnbrechendes Buch „Ain't I a Woman? Black Women and Feminism" (1981), benannt nach Sojourner Truths berühmter Rede, untersuchte die Auswirkungen von Rassismus und Sexismus auf schwarze Frauen, die Bürgerrechtsbewegung und feministische Bewegungen. hooks argumentierte, dass die Konvergenz von Sexismus und Rassismus während der Sklaverei schwarzen Frauen die niedrigste Stellung und schlechteste Bedingungen aller Gruppen in der amerikanischen Gesellschaft gab.

In „Feminist Theory: From Margin to Center" (1984) entwickelte hooks eine Kritik an der weißen feministischen Rassismus der Zweiten Welle des Feminismus, den sie als unvereinbar mit feministischer Solidarität über rassische Grenzen hinweg ansah. Sie kritisierte auch schwarze Männer, die patriarchale Rechte zu Lasten der Befreiung schwarzer Frauen anstrebten. hooks beschrieb den „imperialistischen weißen suprematistischen kapitalistischen Patriarchat" (imperialist white supremacist capitalist patriarchy) – ein Konzept, das den Kern schwarzer feministischer Kritik zusammenfasst.

bell hooks veröffentlichte mehr als 30 Bücher zu Themen wie schwarzer Männlichkeit, engagierter Pädagogik und Sexualität. Ihre Schriften zeichneten sich durch ihre Zugänglichkeit aus: Sie vermittelte komplexe akademische Konzepte in einer klaren, verständlichen und lebensnahen Sprache. Ein zentrales Konzept ihres Werks war der „oppositional gaze“ („widerständiger Blick“): die Fähigkeit schwarzer Frauen, dominante Bilder, Erzählungen und gesellschaftliche Vorstellungen kritisch zu hinterfragen und aus einer feministischen Perspektive neu zu deuten.

Audre Lorde

Audre Lorde war eine schwarze feministische Dichterin, Essayistin und Aktivista für Bürgerrechte und Frauenrechte. Sie beschrieb sich selbst als „schwarz, lesbisch, Mutter, Krieger, Dichterin" und widmete ihr Leben der Konfrontation mit Ungerechtigkeit. Ihre Werke beschäftigen sich mit Fragen der Bürgerrechte, Feminismus, Lesbianismus, Krankheit und Behinderung sowie der Erforschung schwarzer weiblicher Identität.

Lorde lehnte die Idee ab, dass schwarze Frauen in verschiedenen Räumen ihre Identitäten teilen und reduzieren mussten. In ihrem Essay „The Transformation of Silence into Language and Action" (1977) beschrieb Lorde die Wichtigkeit, ihre Identität, einschließlich ihrer Sexualität und Unterdrückungen, durch Stimme zu akzeptieren. Diese Arbeit betonte die Bedeutung von direktem Aktivismus – wenn wir aktiv mit verschiedenen Gruppen kommunizieren, kämpfen wir aktiv gegen Unterdrückung.

Lordes „Sister Outsider" (1984) ist ein Klassiker der Black Feminismus-Literatur, der sich mit der intensiven Erfahrung des „Andersseins", die sie als schwarze, queere Frau in der zweiten Welle des Feminismus erlebte, befasst. Sie kritisierte weiße Feministen öffentlich für ihre „Weigerung, Unterschiede anzuerkennen und die Verzerrungen zu untersuchen, die sich aus ihrer Umbennennung ergeben."

Kimberlé Crenshaw

Neben ihrer Arbeit zur Intersektionalität setzte sich Crenshaw für praktische Anwendungen ihrer Theorie ein. In ihrer 2016 TED Talk und Keynote-Rede diskutierte sie die #SayHerName-Kampagne, die darauf abzielte, die Geschichten schwarzer Frauen, die von Polizei getötet worden waren, in den Fokus zu rücken. Diese Kampagne demonstrierte, wie Black Feminist Theorie zum Verständnis und zur Bekämpfung von Ungleichheit in der Praxis verwendet wird.

Patricia Hill Collins

Patricia Hill Collins war eine einflussreiche schwarze Soziologin, die 1991 eine Kandidatin für die Leitung der American Sociological Association war – die erste schwarze Frau, die diese Position hielt. Collins hat verschiedene Bücher veröffentlicht, die die Geschichte des Black Feminismus analysieren und zeigen, wie er die Welt durch die tatsächlichen Geschichten schwarzer Frauen veränert hat. Ihre Arbeit untersuchte zeitgenössische schwarze Fragen durch ein historisches Prisma und konzentrierte sich auf die verschiedenen sich überschneidenden Unterdrückungen.

Angela Davis

Angela Davis ist eine schwarze Feministin, deren Arbeit über die Grenzen des Feminismus hinausgeht. Sie hat sich auf die Themen Anti-Kapitalismus, Abschaffung des Gefängnissystems (prison abolition), Rassengerechtigkeit und LGBTQ+-Rechte konzentriert. Davis demonstriert, wie Schwarzer Feminismus radikal transformativ sein kann, indem er multiple Systeme der Unterdrückung angeht.

Womanism: Eine verwandte schwarze feministische Strömung

In den 1980er Jahren prägte die schwarze Autorin Alice Walker den Begriff Womanism (Womanismus), um eine Form des Schwarzen Feminismus zu beschreiben, die inklusiver gegenüber allen Frauen of Color ist und sich auf Überlebensfragen konzentriert. In ihrer Veröffentlichung „In Search of Our Mothers' Gardens" (1983) definierte Walker Womanism als einen feministischen Ansatz, der instinktiv pro-Menschheit ist.

Walkers Konzept unterschied sich vom Standard-Feminismus dadurch, dass er sich nicht nur auf Geschlechterungleichheit konzentrierte, sondern auch auf rassisch und klassenbasierte Unterdrückung. Sie argumentierte, dass Womanism eine Theorie/Bewegung für das Überleben der schwarzen Rasse ist, die die Erfahrungen schwarzer Frauen, schwarze Kultur, schwarze Mythen, spirituelles Leben und Mündlichkeit berücksichtigt.

Es ist wichtig zu beachten, dass Walker selbst nicht immer konsistent zwischen Womanism als mehr oder weniger inklusiv als Black Feminism definierte und manchmal ihre eigene frühere friedensstiftende Definition bereute, da sie zunehmend die anhaltende und anhaltende Voreingenommenheit gegen schwarze Frauen erkannte, insbesondere gegen diejenigen, deren Stimmen noch nicht von weißen Frauen und schwarzen Männern bestätigt worden waren.

Clenora Hudson-Weems prägte den Begriff Africana Womanism, um stärker zu betonen: „Niemand wird sich für schwarze Frauen einsetzen wie schwarze Frauen sich für sich selbst einsetzen." Dieser Ansatz betont die Verantwortung von Africana-Frauen für sich selbst, ihre Kinder und Africana-Männer.

Zentrale Themen und Anliegen des Black Feminismus

Die Black Feminismus Bewegung hat sich mehreren zentralen Themen gewidmet, die schwarze Frauen überproportional beeinflussen:

Reproduktive Gerechtigkeit

Ein wichtiger Fokus der Black Feminismus Bewegung ist die reproduktive Gerechtigkeit (reproductive justice). Während die weiße Frauenbewegung oft auf Abtreibungsrechte fokussierte, erweiterten schwarze Feministen das Konzept. Reproduktive Gerechtigkeit bezieht sich auf das Recht, ein Kind zu bekommen, das Recht, nicht schwanger zu werden, und das Recht, Kinder in sicheren Bedingungen aufzuziehen mit vollständiger Bodily Autonomy. Dies erkannte an, dass schwarze Frauen mit erzwungenen Sterilisierungen und staatlicher Kontrolle ihrer reproduktiven Kapazitäten konfrontiert waren – nicht nur mit Abtreibungsbeschränkungen.

Abschaffung des Gefängnissystems (Prison Abolition)

Die Black Feminismus Bewegung verbindet reproduktive Gerechtigkeit mit der Abschaffung des Gefängnissystems. Das Gefängnissystem wird als Mechanismus der sozialen Kontrolle verstanden, der speziell dazu dient, schwarze Frauen zu unterdrücken, ihre reproduktiven Kapazitäten zu beschränken und Familien zu zerstören. Black feministische Aktivistinnen haben die These aufgestellt: Wenn schwarze Frauen frei wären, müssten alle anderen auch frei sein, da ihre Freiheit die Zerstörung aller Unterdrückungssysteme erfordern würde.

Die National Bail Out Campaign ist ein Beispiel schwarzer feministischer Aktivismus für reproduktive Gerechtigkeit und gegen die Kriminalisierung. Diese national koordinierte, lokal basierte Organisationsinitiative hat fast zwei Millionen Dollar gesammelt und mehr als 300 Frauen aus Gefängnissen befreit.

Weitere Anliegen

Sowohl die NBFO als auch die CRC identifizierten und arbeiteten an Fragen wie Sterilisationsmissbrauch, Abtreibungsrechte, häusliche Gewalt, Vergewaltigung und Gesundheitswesen. Sie arbeiteten auch an Black Feminist Issues in Colleges, auf Frauen-Konferenzen und in High Schools.

Hip-Hop-Feminismus und die dritte Welle

In den 1980er und 1990er Jahren entstanden neue Formen des Black Feminismus als Reaktion auf die sich verändernde politische Landschaft. Der Hip-Hop-Feminismus entwickelte sich, als Black Feminist Aktivistinnen ihre Leidenschaft für Hip-Hop-Kultur mit Black Feminismus vermischten. Diese Bewegung reagierte auf die Eliminierung von Wohlfahrtsprogrammen, die Abschaffung von affirmative action, die AIDS-Epidemie und die steigende rassische Wohlfahrtslücke.

Schriftstellerinnen wie Joan Morgan und andere der dritten Welle des Black Feminismus trugen zu dieser neuen, lebendigen Form bei, die traditionelle akademische Grenzen durchbrach.

Zeitgenössischer Black Feminismus (2020er Jahre und darüber hinaus)

Einfluss auf Black Lives Matter

Das Black Lives Matter-Movement, das 2013 von schwarzen Frauen gegründet wurde, ist direkt von Black Feminismus inspiriert. Die Bewegung hat die Erkenntnisse von Black Feministinnen wie dem Combahee River Collective übernommen und angewandt. Sie konzentriert sich auf die Befreiung aller schwarzen Menschen und erkennt die besondere Verletzlichkeit schwarzer Frauen, schwarzer trans-Personen und schwarzer queerer Menschen an.

Zeitgenössische schwarze feministische Organizerinnen wie Charlene Carruthers haben diese Theorie in Aktion umgesetzt. Carruthers, Gründerin des Black Youth Project 100, arbeitete daran, mehreren hundert jungen schwarzen Aktivisten zu helfen, schwarze Befreiung und Gerechtigkeit zu bauen.

Gegenwärtige Herausforderungen und Themen

In der heutigen Zeit (2024-2025) orientiert sich der Black Feminismus an neuen Herausforderungen. Schwarze feministische Aktivisten arbeiten an:

  • Digitale Sicherheit und Überwachung: Mit der Zunahme sozialer Medien und digitaler Plattformen befassen sich Black Feministen mit digitaler Sicherheit, Algorithmen-Vorurteilen und biometrischen Systemen.
  • Reproductive Justice Policy: Schwarze feministische Organisationen wie „In Our Own Voice: National Black Women's Reproductive Justice Agenda" arbeiten daran, politische Lösungen zu schaffen, die umfassende Gesundheitswesen, Schuldenerleichterung für Studentendarlehen, ein nationales bezahltes Elternzeitprogramm und stärkere Finanzierung für Prävention und Forschung zu sexueller Gewalt einbeziehen.
  • Wahlpolitik: Schwarze feministische Strategistinnen haben bei den Präsidentschaftswahlen 2020 kritische Interventionen gemacht, um die politischen Plattformen verschiedener Kandidaten zu beeinflussen und sicherzustellen, dass Black Feminist Politics im Zentrum stehen.

Schlussfolgerung

Der Schwarze Feminismus stellt eine umfassende, multidimensionale Kritik an Systemen der Unterdrückung dar, die schwarze Frauen betreffen. Von seinen frühen Anfängen mit Pioneers wie Sojourner Truth und Anna Julia Cooper bis zu zeitgenössischen Bewegungen wie Black Lives Matter hat der Black Feminismus kontinuierlich theoretische Rahmenbedingungen entwickelt und praktische Strategien umgesetzt, um alle schwarzen Menschen zu befreien – insbesondere schwarze Frauen, schwarze queere Menschen und schwarze trans-Personen.

Das zentrale Konzept der Intersektionalität, das von Kimberlé Crenshaw theoretisiert wurde, hat nicht nur die feministische Theorie neu gestaltet, sondern hat auch Auswirkungen auf Recht, Politik und aktivistische Praxis weltweit. Durch die Arbeit einflussreicher Denkerinnen wie bell hooks, Audre Lorde, Patricia Hill Collins und Angela Davis wurde Black Feminismus von einem marginalen Anliegen zu einem wesentlichen Diskurs über Gerechtigkeit und Befreiung.

Der Black Feminismus repräsentiert nicht nur eine Kritik an bestehenden Systemen, sondern auch eine radikale Vision für eine befreite Zukunft – eine Vision, in der die Freiheit schwarzer Frauen die Befreiung aller bedeutet. Diese transformative Kraft – die Fähigkeit, sowohl aktuellen Unterdrückungen zu widerstehen als auch zukünftige Welten zu imaginieren, in denen alle gedeihen können – bleibt das bleibende Erbe des Schwarzen Feminismus.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist Schwarzer Feminismus? +
Schwarzer Feminismus ist eine politische und intellektuelle Strömung, die untersucht, wie Rassismus, Sexismus, Klassismus, Heterosexismus und weitere Formen der Unterdrückung zusammenwirken. Er stellt die Erfahrungen schwarzer Frauen und anderer marginalisierter schwarzer Menschen ins Zentrum.
Was bedeutet Intersektionalität? +
Intersektionalität beschreibt, dass Diskriminierungsformen nicht getrennt voneinander wirken. Schwarze Frauen können beispielsweise gleichzeitig von Rassismus und Sexismus betroffen sein; diese Erfahrung ist nicht einfach die Summe beider Formen, sondern eine eigenständige, miteinander verflochtene Form der Unterdrückung.
Wer prägte den Begriff Intersektionalität? +
Die US-amerikanische Juristin und Critical-Race-Theoretikerin Kimberlé Crenshaw prägte den Begriff Intersektionalität 1989. Sie nutzte ihn, um zu erklären, weshalb schwarze Frauen in vielen rechtlichen, antirassistischen und feministischen Analysen übersehen wurden.
Welche Bedeutung hatte das Combahee River Collective? +
Das Combahee River Collective war ein schwarzes feministisches Kollektiv aus Boston. Sein 1977 veröffentlichtes Combahee River Collective Statement gilt als ein grundlegender Text des zeitgenössischen Schwarzen Feminismus, weil es die Verflechtung von rassistischer, sexistischer, heterosexistischer und klassenbezogener Unterdrückung deutlich formulierte.
Was ist der Unterschied zwischen Schwarzem Feminismus und Womanism? +
Womanism ist ein Begriff, den Alice Walker in den 1980er Jahren popularisierte. Er beschreibt eine verwandte Strömung, die die Erfahrungen schwarzer Frauen, Gemeinschaft, Kultur, Spiritualität und kollektives Überleben besonders betont. Schwarzer Feminismus und Womanism überschneiden sich stark, werden jedoch je nach Autorin und Kontext unterschiedlich definiert.
Wie beeinflusst Schwarzer Feminismus aktuelle Bewegungen? +
Schwarzer Feminismus prägt aktuelle Bewegungen durch seine intersektionale Perspektive. Er beeinflusst Debatten und Aktivismus zu rassistischer Gewalt, reproduktiver Gerechtigkeit, digitaler Überwachung, Gefängnisabolition, LGBTQ+-Rechten und der Befreiung schwarzer Frauen, queerer Menschen und trans Personen. Auch Black Lives Matter wurde wesentlich von schwarzen feministischen Ideen geprägt.