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ISBN: 978-3-596-37071-9
✍🏾 Autor: Vidiahar Surajprasad Naipaul
🏢 Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
🌍 Sprache: Deutsch
📖 Seitenzahl: 350
📏 Masse: 19 x 12.5 x 2.5 cm
Einblicke in die Religionen Afrikas
V. S. Naipaul, Romancier und Nobelpreisträger, ist einer der grossen Weltreisenden der Literatur. Auf der Suche nach den Anfängen bereist V. S. Naipaul 2008 und 2009 sechs Länder Afrikas – Uganda, Ghana, Nigeria, die Côte d'Ivoire, Gabun und Südafrika. Hier besucht er heilige Stätten, trifft auf Medizinmänner und Stammesoberhäupter, auf Gläubige verschiedener, mitunter mehrerer Religionen. Die Frage stellt sich, warum einerseits die fremden Religionen Islam und Christentum einen solchen iegeszug antreten konnten und andererseits traditionelle magische Praktiken nach wie vor reale Macht besitzen. Naipaul selbst zeigt sich auf dieser Reise als Zweifelnder, den die Zerrissenheit von Menschen und Ländern verstört und dem sich letzte Antworten entziehen.
»Ich hatte erwartet, dass sich die magischen Praktiken über die Weite des afrikanischen Kontinents stark unterscheiden würden. Aber das taten sie nicht. Das zu erleben, eine Idee dieser ungebrochenen Kraft zu bekommen war eine Erfahrung, die mich zurückführte zu den Anfängen der Dinge. Zu diesen Anfängen vorzustossen war das Ziel meines Buches.« V. S. Naipaul
Portrait Vidiadhar Surajprasad Naipaul,
Vidiadhar Surajprasad Naipaul, meist bekannt als V.S. Naipaul, war ein britischer Schriftsteller trinidadischer Herkunft und einer der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Hier sind einige Eckpunkte zu seinem Leben und Werk:
Herkunft und Identität▼
Er wurde 1932 auf Trinidad als Nachfahre indischer Einwanderer geboren. Die Themen Vertreibung, Exil und die Suche nach Identität in der postkolonialen Welt ziehen sich durch sein gesamtes Schaffen.
Literarischer Durchbruch▼
Bekannt wurde er vor allem durch seinen Roman "Ein Haus für Mr. Biswas" (1961), der lose auf dem Leben seines Vaters basiert und den mühsamen Kampf um Unabhängigkeit und Würde beschreibt.
Reiseliteratur▼
Neben Romanen verfasste er scharfzüngige und oft kontrovers diskutierte Reiseberichte über Indien, Afrika und die islamische Welt. Er war bekannt für seinen schonungslosen, teils pessimistischen Blick auf junge Nationalstaaten nach der Kolonialzeit.
Höchste Anerkennung▼
Im Jahr 2001 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Die Jury würdigte ihn dafür, "hellsichtiges Erzählen und unbestechliches Beobachten in Werken vereinigt zu haben, die uns zwingen, die Gegenwart verdrängter Geschichten zu sehen".
Stil▼
Sein Schreibstil gilt als extrem präzise, klar und unsentimental.
Naipaul verstarb 2018 in London. Er bleibt eine komplexe Figur der Weltliteratur – bewundert für seine stilistische Brillanz, aber auch oft kritisiert für seine teilweise provokanten Ansichten über die Dritte Welt.
Worum geht es in "Afrikanisches Maskenspiel" von V.S. Naipaul?
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"Afrikanisches Maskenspiel" ist ein Reise- und Reportagebuch von V.S. Naipaul, das sich mit afrikanischen Religionen, Ritualen und Weltanschauungen befasst. Naipaul bereiste mehrere afrikanische Länder und beobachtete religiöse Praktiken, Geisterglaube, Voodoo-Traditionen und synkretistische Strömungen. Das Buch erschien ursprünglich unter dem Titel "The Masque of Africa" und wurde von S. Fischer auf Deutsch veröffentlicht.
Welche Themen behandelt "Afrikanisches Maskenspiel"?
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Das Buch behandelt afrikanische Religionen, Animismus, Geisterglaube, Ahnenverehrung, Voodoo und das Verhältnis zwischen traditionellen Glaubenssystemen und christlichem oder islamischem Einfluss in verschiedenen afrikanischen Ländern. Naipaul erkundet, wie Glaube, Macht und Identität in postkolonialen afrikanischen Gesellschaften miteinander verflochten sind.
Warum ist V.S. Naipaul als Autor über Afrika umstritten?
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V.S. Naipaul gilt als einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und erhielt 2001 den Literaturnobelpreis. Gleichzeitig wurde seine Perspektive auf Afrika, Asien und die postkoloniale Welt oft als von außen, herablassend und eurozentrisch kritisiert. Sein Blick auf Afrika ist der eines außenstehenden Beobachters – brillant formuliert, aber nicht frei von Vorannahmen. Dieses Buch sollte deshalb kritisch und im Bewusstsein dieser Perspektive gelesen werden.
Für wen ist "Afrikanisches Maskenspiel" geeignet?
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Das Buch eignet sich für Leserinnen und Leser, die sich für afrikanische Religionen, Spiritualität und Weltanschauungen interessieren und bereit sind, einen außenstehenden, kritisch zu reflektierenden Blick auf diese Themen zu lesen. Es ist auch interessant für alle, die Naipauls literarischen Stil kennen und seine Perspektive auf postkoloniale Gesellschaften einordnen können.
Welche Bücher über afrikanische Religionen und Spiritualität gibt es aus afrikanischer Perspektive?
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Als Ergänzung oder Alternative empfehlen wir Werke afrikanischer Autor:innen wie Amadou Hampâté Bâ, der afrikanische Spiritualität und mündliche Überlieferungen aus eigener Erfahrung beschreibt, oder Gaston-Paul Effa, der mit seinem "Petit traité de sagesse animiste" den Animismus als ernstzunehmendes Denksystem rehabilitiert. Diese Bücher bieten Innenperspektiven, die Naipauls Außenblick sinnvoll ergänzen oder herausfordern.