Worum geht es im Buch „La guerre des nez au Burundi – Je l'ai vue et vécue“?
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Dieses Buch ist das Zeugnis eines jungen Burundiers, Cyriaque Muhawenayo, der den Bürgerkrieg in Burundi erlebt hat und anschließend als Flüchtling in mehreren Ländern der Großen-Seen-Region, unter anderem in Ruanda und Tansania, lebte. Er berichtet ohne Beschönigung von der Realität an der Front und in den Flüchtlingslagern und verbindet diese Erfahrungen mit einem klaren Plädoyer für Gewaltlosigkeit und Dialog, um zu verhindern, dass Burundi erneut in den Krieg abrutscht.
Wer ist der Autor Cyriaque Muhawenayo?
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Cyriaque Muhawenayo wurde 1973 in Nyamurenza geboren, kurz nach den Massakern von 1972, die auch seine Familie trafen. Er erlebte Krieg, Exil, Flüchtlingslager, Hunger, Krankheit und Gefängnis, diente zunächst im nationalen Militärdienst und schloss sich später verschiedenen Befreiungsbewegungen wie Palipehutu und CNDD-FDD an, bevor er den Weg des Journalismus wählte. Heute arbeitet er als Journalist bei der BBC in Bujumbura.
Was bedeutet der Ausdruck „guerre des nez“ im burundischen Kontext?
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Der Ausdruck „Krieg der Nasen“ verweist auf die Praxis, Menschen ethnisch einzuordnen und zu diskriminieren, indem man ihnen aufgrund vermeintlicher äußerlicher Merkmale – insbesondere der Form der Nase – eine Zugehörigkeit zu Hutu oder Tutsi zuschrieb. Diese Fixierung auf physische Stereotype verdeutlicht die ethnisierte Dimension des burundischen Konflikts, in dem das Aussehen als Kriterium diente, um Menschen zu kategorisieren, zu stigmatisieren und in manchen Situationen gezielt zu verfolgen.
Welche Botschaft vermittelt der Autor in diesem Buch?
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Der Autor wirbt eindringlich für Gewaltlosigkeit und Dialog bei allen Fragen, die die burundische Gesellschaft spalten könnten. Er versteht sein Buch als Akt der Befreiung und als „modesten Aufruf zur Non‑Violence, zum Dialog und zur Versöhnung“ und betont, dass Burundi ohne ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und ohne Gesprächsbereitschaft die Gefahr läuft, erneut in den Krieg abzurutschen. Sein Zeugnis über die Schrecken von Krieg und Exil soll dazu ermutigen, Konflikte auf friedlichem Wege zu lösen.
Welche Länder der Großen-Seen-Region werden im Buch erwähnt?
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Neben seinem Herkunftsland Burundi erwähnt der Autor insbesondere Ruanda und Tansania, in denen er zeitweise als Flüchtling lebte. Diese Länder sind durch ähnliche Erfahrungen mit ethnischen Konflikten und Bürgerkriegen geprägt und haben in verschiedenen Phasen große Zahlen von Geflüchteten aus der Region aufgenommen.
Wie viele Seiten hat das Buch und welches Format besitzt es?
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„La guerre des nez au Burundi – Je l'ai vue et vécue“ umfasst 192 Seiten und ist als broschierte Ausgabe bei L’Harmattan erschienen. Das Buch misst etwa 13,5 × 21,5 × 1,2 cm und trägt die ISBN 978-2-296-99806-3.
Für wen ist dieses Zeugnis gedacht?
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Das Buch richtet sich an Leserinnen und Leser, die sich für die jüngere Geschichte der Großen-Seen-Region interessieren, insbesondere für den burundischen Bürgerkrieg und seine Folgen. Es ist relevant für Menschen, die sich mit ethnischen Konflikten, Versöhnungsprozessen und Fluchterfahrungen beschäftigen – darunter Forschende und Studierende der Politik- und Geschichtswissenschaft ebenso wie eine breitere Öffentlichkeit, die die menschliche Dimension von Krieg und Exil verstehen möchte.
Warum ist dieses Zeugnis wichtig?
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Der Bericht ist wichtig, weil er eine authentische Innenperspektive auf den burundischen Bürgerkrieg bietet – aus der Sicht eines Menschen, der nacheinander Waisenkind, Soldat, Gefangener, Rebellenkämpfer und Flüchtling war. Er dokumentiert die konkrete Realität ethnischer Gewalt in Burundi und der weiteren Region der Großen Seen und verbindet diese mit einem klaren Appell, die schmerzhafte Vergangenheit anzuerkennen, um Frieden und Versöhnung möglich zu machen.