Autobiographisch geprägter Reise-/Beobachtungstext eines Ivorers in Paris, Klassiker der afrikanischen Literatur.
Gilt heute als absolutes Fundamentwerk der afrikanischen Postkolonial-Satire.
Buch in Französisch.
Le récit des quinze jours passés à Paris par un jeune « Ivoirien naïf », confronté à un monde qu’il s’efforce de décrire à un ami resté au pays.
Observant les Parisiens et leurs moeurs étranges, l’auteur renverse avec humour l’habituel regard ethnologique porté par les Européens sur le continent africain.
Dès sa parution, " Un Nègre à Paris " annonçait une ouverture de la conscience africaine sur le monde occidental que Bernard Dadié devait par la suite, enrichir dans " Patron de New York " et " La ville où nul ne meurt ".
Ouverture qui est aussi une confrontation animée en profondeur par une quête d'identité. Bernard Dadiéva à Paris ; il regarde et il juge, à la fois fasciné par cette ville transfigurée dans l'imagination du jeune homme nourri de culture française, et critique : mesurant la réalité parisienne au mythe qu'il s'en était fait, au savoir scolaire qu'il en avait.
Cet homme séduit, mais non dupe, erre dans la grande ville, c'est un homme soucieux surtout d'éprouver la consistance de son être-nègre face à ce monde blanc familier et étranger.
Affaire sérieuse : cette flânerie souriante reste, sur le mode tendre et ironique, une longue marche vers la reconnaissance.
Portrait Bernard Dadié
Bernard Binlin Dadié (1916–2019) war einer der wichtigsten Schriftsteller der Elfenbeinküste und gilt als Vater der modernen ivorischen Literatur. Mit scharfem Humor, politischer Klarheit und einem tiefen Gespür für afrikanische Erzähltraditionen prägte er die frankophone Literatur des Kontinents.
In „Un Nègre à Paris“ kehrt Dadié den kolonialen Blick um: Ein junger Afrikaner beobachtet das Paris der 1950er-Jahre und entlarvt mit viel Witz die Selbstbilder Europas. Das macht Dadié zu einem perfekten Autor für alle, die zugleich lachen, nachdenken und die Welt aus einer dezidiert afrikanischen Perspektive neu sehen wollen.
Genre
Das Werk „Un Nègre à Paris“ (1959) von Bernard Dadié lässt sich nicht nur in eine einzige Schublade stecken. Es ist ein faszinierender Hybrid, der sich an der Grenze zwischen Fiktion und Realität bewegt.
Das Buch lässt sich vor allem in folgende Genres und literarische Strömungen einordnen:
1. Der satirische / fiktionale Reisebericht (Roman Épistolaire)
Obwohl das Buch im Handel oft schlicht als Roman geführt wird, bricht es mit der klassischen Erzählstruktur. Es ist in Form von Briefen verfasst, die der fiktive Protagonist Tanhoé aus Paris an einen Freund in Afrika schreibt. Dadié nutzt diese Struktur für eine „chronique faussement naïve“ (eine scheinbar naive Chronik): Er beschreibt den Alltag, die Hektik und die Marotten der Pariser mit einem feinen, humorvollen Blick.
2. Die ethnologische Satire (Invertierte Ethnologie)
Ein ganz zentrales Genre dieses Textes ist die Satire – genauer gesagt die Umkehrung des ethnologischen Blicks. Während Kolonialbeamte und europäische Forscher jahrzehntelang afrikanische Gesellschaften „studierten“ und als exotisch darstellten, dreht Dadié den Spieß einfach um: Hier reist ein afrikanischer Intellektueller nach Europa, um die seltsamen Riten, die Anonymität und die Stammesbräuche der Pariser (wie das ständige Rennen nach der Uhr oder das Ignorieren der eigenen Nachbarn) zu analysieren.
3. Postkoloniale Literatur & Négritude-Kontext
Das Buch ist ein Meilenstein der afrikanischen Moderne und der postkolonialen Literatur. Obwohl Dadié sich selbst oft ein Stück weit abseits der formellen Négritude-Bewegung um Senghor und Césaire positionierte, atmet das Buch genau diesen Geist: Es geht um die Selbstbehauptung der afrikanischen Identität, den Abbau eurozentrischer Mythen und die Suche nach einem gleichwertigen Dialog zwischen den Kulturen.
4. Autobiografisch geprägte Chronik
Auch wenn die Figur im Buch einen anderen Namen trägt, verarbeitet Dadié hier sehr stark seine eigenen realen Eindrücke und Beobachtungen, die er während seiner Aufenthalte in Frankreich gesammelt hat. Es gehört zu einer lockeren Trilogie von Dadiés Reise-Chroniken (zusammen mit „Patron de New York“ und „La ville où nul ne meurt“ über Rom).
Zusammenfassend für den Katalog:
Im Kern ist es eine satirische, postkoloniale Reisechronik in Romanform, die als absolut zeitloser Klassiker der frankophonen afrikanischen Literatur gilt.
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🇫🇷 Dieses Buch ist vollständig in französischer Sprache.