André Brink (1935-2015) war ein bedeutender südafrikanischer Schriftsteller, Übersetzer und Literaturwissenschaftler. Er schrieb sowohl auf Afrikaans als auch auf Englisch.
Geboren in Vrede, Südafrika, wurde Brink früh durch die Apartheid-Politik seines Landes geprägt. Nach Studien in Südafrika und an der Sorbonne in Paris, wo er direkten Kontakt zu Schwarzen erlebte, wurde er zu einem scharfen Kritiker des Apartheidsystems. Das Sharpeville-Massaker im Jahr 1960 trug entscheidend zu seiner politischen Haltung bei.
Er war Mitglied der Schriftstellergruppe "Die Sestigers" (Die Sechziger), die sich zum Ziel setzte, die traditionellen Grenzen der südafrikanischen Literatur zu überwinden und brisante, progressive Themen zu behandeln.
Sein Roman "Kennis van die Aand" ("Blick ins Dunkel") aus dem Jahr 1973 war der erste auf Afrikaans verfasste Text, der in Südafrika von der Apartheid-Regierung verboten wurde. Dies führte dazu, dass er seine Werke fortan sowohl auf Afrikaans als auch auf Englisch veröffentlichte.
Ein weiteres bekanntes Werk ist "A Dry White Season" ("Weiße Zeit der Dürre") von 1979, das später mit Marlon Brando verfilmt wurde. Brink war mehrmals für den Literaturnobelpreis nominiert und erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Zentrale Themen in seinen Werken waren Afrika und seine Geschichte, die Rassengegensätze, Gewalt und die Position der Frau. Er beschäftigte sich auch mit der Problematik, als weißer Mann aus der Sicht einer schwarzen Frau zu schreiben, da er der Ansicht war, dass gute Literatur das Eintauchen in andere Lebensgeschichten ermöglichen sollte.
Neben Romanen verfasste Brink auch Reisebeschreibungen, Theaterstücke, Kinder- und Jugendbücher, Literaturkritiken und Essays. Er übersetzte zudem zahlreiche Bücher der Weltliteratur ins Afrikaans.
André Brink starb im Februar 2015 auf einem Flug von Amsterdam nach Kapstadt.