Essays über afrikanische Sprachen in der Literatur.
Sein literarisches Werk macht den kenianischen Kulturwissenschaftler und Schriftsteller Ngugi wa Thiong’o (Autor u.a. von ›Herr der Krähen‹, ›Der gekreuzigte Teufel‹ oder ›Träume in Zeiten des Krieges‹) seit vielen Jahren zu einem Kandidaten für den Literaturnobelpreis. In seiner Essay-Sammlung Dekolonisierung des Denkens analysiert er die geistigen Folgen des europäischen Kolonialismus, der Unterdrückung der Sprachen Afrikas und damit auch der Zerstörung von Kulturen.
Als das Ende der kolonialen Herrschaft erkämpft war, bestand die europäische kulturelle Dominanz fort. Europas Sprachen, sein Denken, sein Blick auf Geschichte und Gegenwart beeinflussen das afrikanische Selbstverständnis bis heute. Durch die Essays von Ngugi wird deutlich, dass die afrikanischen Sprachen ein wesentliches Mittel zur Befreiung von kolonialen Herrschafts- und Denkstrukturen sind. Denn die Sprache bildet den Grundstein für die Vermittlung von Kultur und Geschichte.
Die nun erstmals auf Deutsch vorliegende Essaysammlung wird durch aktuelle Beiträge afrikanischer Autoren und Wissenschaftler ergänzt, die sich mit der Bedeutung auseinandersetzen, die Ngugis Thesen in ihrer Heimat erlangt haben: Boubacar Boris Diop (Senegal), Achille Mbembe (Kamerun), Petina Gappah (Simbabwe), Sonwabiso Ngcowa (Südafrika) und Mukoma wa Ngugi, einem Sohn Ngugi wa Thiong’os.
Zitat: “L'emprise économique et politique ne peut pas être total sans le contrôle de l'esprit.” ✍🏾 Ngugi wa Thiong'o
Ngugi wa Thiong’o wurde 1938 in Limuru, Kenia geboren. Bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1977 arbeitete er als Dozent an der Universität von Nairobi. Anlass der Verhaftung war ein in seiner Muttersprache Gikuyu verfasstes Theaterstück. Auf Intervention von Amnesty International kam er nach einem Jahr frei und ging ins Exil nach London. Später siedelte Ngugi wa Thiong’o in die USA über. Dort lehrte er Literaturwissenschaften unter anderem an der Yale University, der New York University und an der University of California, Irvine. Ngugi wa Thiong’o ist Autor der Romane Herr der Krähen und Träume in Zeiten des Krieges.
Ngũgĩ wa Thiong’o zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern und Intellektuellen Afrikas. Zu seinen bekanntesten Werken zählen:
Worum geht es in "Dekolonisierung des Denkens" von Ngũgĩ wa Thiong’o?
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"Dekolonisierung des Denkens" ist eine Essaysammlung über die kulturellen und geistigen Folgen des europäischen Kolonialismus in Afrika. Ngũgĩ wa Thiong’o zeigt darin, wie Kolonialherrschaft nicht nur politische Strukturen, sondern auch Sprache, Selbstverständnis, Bildung und kulturelle Erinnerung geprägt hat.
Warum spielt Sprache in diesem Buch eine so zentrale Rolle?
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Ngũgĩ wa Thiong’o versteht Sprache als Trägerin von Geschichte, Kultur und Weltwahrnehmung. Das Buch argumentiert, dass die Unterdrückung afrikanischer Sprachen ein zentrales Werkzeug kolonialer Herrschaft war und dass ihre Wiederaneignung wesentlich für kulturelle und geistige Befreiung ist.
Ist "Dekolonisierung des Denkens" ein Roman oder ein Essayband?
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Das Buch ist ein Essayband. Es versammelt Texte, in denen Ngũgĩ über Literatur, Sprache, Kolonialismus, kulturelle Dominanz und afrikanische Selbstbestimmung nachdenkt.
Was macht diese deutsche Ausgabe besonders?
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Die Produktseite betont, dass diese Essaysammlung erstmals auf Deutsch vorliegt. Ergänzt wird sie außerdem durch aktuelle Beiträge afrikanischer Autorinnen, Autoren und Wissenschaftler, die sich mit der Wirkung von Ngũgĩs Thesen in ihren eigenen Kontexten auseinandersetzen.
In welcher Sprache ist diese Ausgabe erhältlich?
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Diese Ausgabe ist vollständig auf Deutsch.
Welche bibliografischen Angaben hat diese Ausgabe?
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Diese Ausgabe erscheint im Unrast Verlag, hat die ISBN 978-3-89771-235-5 und umfasst 272 Seiten.