Xala ist Sembène Ousmanes beißende Satire auf die neue senegalesische Bourgeoisie nach der Unabhängigkeit. Der wohlhabende Geschäftsmann El Hadji wird am Tag seiner dritten Hochzeit impotent – und seine ‚xala‘ wird zur Metapher für eine korrupte Elite, die sich vom Volk und von ihren eigenen Wurzeln entfremdet hat.
Xala spielt im Senegal der 1970er Jahre und zeigt, wie sich die neue Elite nach der Unabhängigkeit vom Volk entfernt.
Buch in Französisch.
Klappentext
El Hadji Abdou Kader Bèye, homme d’affaires douteux du roman Xala de Sembène Ousmane, confortablement installé dans la bourgeoisie, décide, à 50 ans, d’épouser en troisièmes noces une fille de plus de 30 ans sa cadette. Victime du xala (impuissance), il ne peut consommer ce mariage. Afin d’être délivré du sortilège, il consulte plusieurs marabouts. La ruine et l’humiliation sont au rendez-vous. En l'opulent personnage de El Hadji Abdou Kader Bèye, ce sont les nantis, les nouveaux riches, les hommes d'affaires, bref la nouvelle bourgeoisie nationale aux dents longues creusant sa place au soleil des tropiques, qui sert de cible à Sembène Ousmane.
Wer ist Sembene Ousmane
Ousmane Sembène wurde in Ziguinchor im Senegal geboren, arbeitete zunächst als Maurer in Dakar und als Hafenarbeiter in Marseille und wandte sich nach einer Ausbildung in Moskau der Literatur und dem Kino zu. Als Gewerkschafter blieb er zeitlebens eng mit den Kämpfen der Arbeiter:innen verbunden – ein politisches Engagement, das seine Romane und Filme prägt. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Romane Le Docker noir, Les Bouts de bois de Dieu und Niiwam sowie die Filme Xala, Ceddo, Camp Thiaroye, Moolaadé und Borom Sarret, der als erster frankophoner afrikanischer Kurzfilm gilt.
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Ein Klassiker der afrikanischen Literatur
"Xala" von Sembène Ousmane gilt aus mehreren Gründen als ein Klassiker der afrikanischen Literatur:
1. Pionierwerk der afrikanischen Literatur und des afrikanischen Kinos:
- Sembène Ousmane wird oft als der "Vater des afrikanischen Kinos" bezeichnet. Er war einer der ersten afrikanischen Schriftsteller, der seine Geschichten auch filmisch umsetzte, um ein breiteres afrikanisches Publikum zu erreichen, da die Alphabetisierungsrate gering war.
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Xala, sowohl als Roman (1973) als auch als Film (1975), war in dieser Hinsicht bahnbrechend und trug dazu bei, afrikanische Perspektiven und Geschichten auf die Weltbühne zu bringen.
2. Scharfe Gesellschaftskritik:
- Das Werk ist eine beißende Satire auf die neokoloniale Bourgeoisie im Senegal nach der Unabhängigkeit. Es entlarvt die Korruption, den Materialismus und die Entfremdung von den eigenen afrikanischen Wurzeln dieser neuen Elite.
- Die symbolische Impotenz der Hauptfigur, El Hadji Abdoukader Beye, dient als Metapher für die Unfähigkeit der politischen und wirtschaftlichen Führungsschicht, die wahren Bedürfnisse des Landes zu erfüllen und Fortschritt zu bringen.
- Sembène scheut sich nicht, heikle Themen wie Polygamie, den Einfluss westlicher Konsumkultur und die Ungleichheit in der Gesellschaft anzusprechen.
3. Postkoloniale Auseinandersetzung:
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Xala ist ein bedeutendes Werk der postkolonialen Literatur. Es thematisiert auf eindringliche Weise die anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus auf die afrikanische Gesellschaft, auch nach der formalen Unabhängigkeit.
- Der Roman zeigt, wie westliche Denkweisen und Strukturen internalisiert wurden und zu einer Entfremdung von der eigenen Kultur und Identität führen können.
- Die Kritik an der Korruption und dem Verlust traditioneller Werte kann als eine Reaktion auf die neokolonialen Verhältnisse interpretiert werden, in denen westliche Interessen weiterhin eine Rolle spielen.
4. Literarische und filmische Qualität:
- Sembènes Erzählstil ist prägnant und wirkungsvoll. Er kombiniert Elemente afrikanischer Erzähltraditionen mit modernen literarischen Techniken.
- Die Verfilmung von Xala gilt ebenfalls als ein wichtiger Meilenstein des afrikanischen Kinos und zeichnet sich durch seine visuelle Kraft und seine treffende Umsetzung der satirischen Elemente des Romans aus.
5. Zeitlose Relevanz:
- Obwohl Xala in den 1970er Jahren spielt, sind seine Themen der Korruption, der sozialen Ungleichheit und der Identitätssuche in vielen afrikanischen Ländern und darüber hinaus weiterhin relevant.
- Das Werk regt zur Reflexion über die Folgen von Machtmissbrauch und die Herausforderungen des Übergangs von der Kolonialzeit zur modernen Gesellschaft an.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Xala aufgrund seiner pionierhaften Rolle, seiner scharfen Gesellschaftskritik im postkolonialen Kontext, seiner literarischen und filmischen Qualität sowie seiner anhaltenden Relevanz als ein bedeutender Klassiker der afrikanischen Literatur und des afrikanischen Kinos gilt. Es hat nachfolgende Generationen von Schriftstellern und Filmemachern beeinflusst und trägt weiterhin zu wichtigen Diskussionen über die afrikanische Identität und die Herausforderungen des Kontinents bei.
📘 Taschenbuchausgabe – 189 Seiten – auf Lager
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🇫🇷 Dieses Buch ist vollständig in französischer Sprache.